Die Sehnsucht nach dem inneren Frieden

Ich habe einen Traum.

Ich träume davon, irgendwann in meinem Leben wirklich gelassen zu sein. Die Ruhe selbst. Ein unerschütterlicher Felsen in der Brandung. Mit beiden Füssen fest am Boden, furchtlos und standfest.

Ich träume davon, mich sicher zu fühlen, wo immer ich auch bin. Mich durch meine eigene Stärke getragen zu fühlen, egal was kommt. Zu wissen wer ich bin und daran zu glauben, was mich ausmacht.

Und ich träume von der Stille in mir. Einer Stille, die verlässlich bei mir bleibt, auch wenn der Sturm wieder einmal alles wegfegt, was ich mir an Stabilität aufgebaut habe.

Kurz: Ich sehne mich nach innerem Frieden und diesem gelassenen, gefassten Teil in mir, der sich durch nichts aus dem Gleichgewicht bringen lässt.

Gleichzeitig ist diese Sehnsucht meine grösste Motivation. Sie ist es, die mich hoffen lässt, dass ich eines Tages all das zurücklassen kann, was mich jetzt noch daran hindert, mein Leben in all seinen Facetten zu geniessen. Und die Sehnsucht ist es auch, die mich immer wieder dazu ermutigt aufzustehen, das Krönchen zu richten und weiterzugehen. Schritt für Schritt.

Es gibt diese Tage, da fühle ich mich meilenweit davon entfernt, auch nur das kleinste Stückchen Seelenfrieden in mir zu finden. Das sind dann die Tage, in denen der Kopf die Hauptrolle spielt und die Affen das Kommando übernehmen.

Erfreulicherweise kommen aber immer häufiger auch längere Zeitspannen hinzu, in denen ich mich völlig entspannen kann und sich alles in mir richtig anfühlt. Ein kostbares Geschenk  für jemanden, der durch Angst und innere Unruhe unter ständiger Anspannung steht. In diesen Momenten weiss ich ganz sicher, dass es sich lohnt, den inneren Frieden in sich zu kultivieren, daran zu „arbeiten“ und auch den Willen aufzubringen, JETZT etwas für sich zu tun, was sich später lohnen wird.

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Wir alle suchen mehr oder weniger bewusst unseren Seelenfrieden. Alles was wir tun (oder auch nicht tun), steht in Zusammenhang mit uns selbst, mit unserem Glück, unserer Gesundheit, unseren Werten, Fähigkeiten und noch vielen Faktoren mehr.

Innerer Friede kann entstehen, wenn wir alles was uns leiden lässt aufgeben. Und wenn wir es nicht aufgeben können, beispielsweise bei körperlichen Schmerzen, dann sollten wir versuchen zu akzeptieren, dass es ist wie es ist. Annehmen ist Loslassen.

Das ist unglaublich schwierig. Ich weiss aber aus Erfahrung, dass es nicht gesund sein kann, in einer unglücklichen Beziehung zu bleiben, weil wir Angst davor haben, einsam zu sein. Und nur aus finanziellen Gründen in einem Job zu stecken, ohne dass unser Herz mit dabei ist, kann uns auf Dauer nicht die ersehnte Zufriedenheit bringen. Solche Geschichten rauben uns genau die Energie, die wir eigentlich für uns selber brauchen.

Da ich mich seit einiger Zeit intensiv mit meinem inneren Frieden auseinandersetze, hier eine kleine persönliche Liste an Anregungen. Manches gelingt mir schon recht gut, anderes fällt mir schwerer:

  • Die Maske fallen lassen

Andere Menschen in unser Innerstes schauen zu lassen, ist alles andere als leicht. Wir fühlen uns verletzlich. Wir glauben, das Gesicht zu verlieren, wenn wir uns öffnen, weil so vieles mit Scham behaftet ist und weil wir immer noch denken, dass nur das Starke und Gesunde Anerkennung findet und liebenswert ist. Auch mit uns selber gehen wir nicht sehr ehrlich um. Unpassende Gefühle werden unterdrückt, körperliche oder psychische Symptome verdrängt und an dem Idealbild, das wir von uns selber haben, halten wir eisern fest, komme was wolle.

Wir haben eine Heidenangst. Wir haben Angst überschwemmt zu werden, wenn die Schleusen einmal geöffnet sind. Angst, uns selber zu verlieren, verrückt zu werden, nicht mehr klar zu kommen.

Ich kenne diese Gefühle nur zu gut. Jahrelang habe ich versucht alles unter Kontrolle zu halten. Meine Ängste, meine Gedanken, mein ganzes Leben. Ich habe mich lange nicht getraut, mich auf mein Innerstes einzulassen. Erst jetzt durch die Körpertherapie gelingt es mir stückchenweise meine Schutzhaltung aufzugeben, meine Verletzungen zuzulassen und sie auch auszuhalten, ohne dass ich die Panik, die manchmal hochkommt, verdrängen will.

Wenn wir uns Seelenfrieden wünschen, dürfen wir die Augen nicht mehr länger vor uns selber verschliessen. Wir sollten ehrlich sein und echt. Und wir dürfen uns langsam von dem Gedanken verabschieden, dass es gefährlich für uns ist, uns selber nahe zu sein.

  • Friedens-Störenfriede

Stress, Groll, Ärger, Misstrauen, Sorgen und ja, auch die Angst, all das sind Emotionen, die unseren Frieden immer wieder zunichte machen. Vor allem auch in den Momenten, in denen wir gefühlsmässig mittendrin stecken. Mit etwas Abstand betrachtet, können uns diese Gefühle aber vieles verraten und uns dadurch zu mehr Gelassenheit und innerer Ruhe führen.

Wer oder was stört meinen inneren Frieden immer wieder aufs Neue? Wer oder was löst negative Gefühle in mir aus? Wo in meinem Leben empfinde ich den grössten Stress? In welchen Situationen stolpere ich immer wieder über Schwierigkeiten?

Als ich gemerkt habe, wie wichtig diese Fragen sind und wie logisch es eigentlich ist, das Schwere von mir zu nehmen, damit ich mich leichter fühlen kann, kam ich ganz automatisch ins Handeln. Ich beendete meine langjährige, energieraubende Beziehung und habe begonnen, mich von einigen Menschen, auch Familienmitgliedern, zu distanzieren. Manchmal sind wir uns diesen Verstrickungen gar nicht bewusst, sind noch nicht bereit hinzuschauen oder haben grosse Angst vor den Konsequenzen, die eine solche Entscheidung mit sich bringen kann. Ich bin aber felsenfest davon überzeugt, wenn wir uns für uns selber entscheiden, können wir nur gewinnen.

  • Kraft-Spender

Umgekehrt ist es sehr spannend, sich auch einmal bewusst zu machen, was in unserem Leben eigentlich gut ist. In welchem Bereich läufts einfach? Wo muss ich keinerlei Anstrengung aufbringen? Was fühlt sich rund an und richtig? Was gibt mir Kraft?

Ich liebe diese Fragen! Sie verändern die oftmals negative Sicht der Dinge und bringen uns in ein gutes warmes Gefühl. Vielleicht haben wir das Glück, einen Menschen zu kennen, der uns einfach so liebt, wie wir sind. Oder wir fühlen uns sauwohl, dort wo wir wohnen. Vielleicht müssen wir uns ums Geld keine Sorgen machen oder haben eine Leidenschaft für uns entdeckt, die uns erfüllt.

Was es auch ist, wenn uns bewusst wird, was uns stärkt und wir mehr Energie in diejenigen Menschen oder Situationen stecken, die uns gut tun, dann kommen wir unserem inneren Frieden immer näher. Der Weg dazu ist ein ganz persönlicher, den jeder für sich selber finden oder entdecken muss. Eines ist aber sicher: Wer mit sich selbst in Frieden leben will, muss sich so akzeptieren, wie er ist, denn:

Was du suchst, ist nicht in den Gipfeln der Berge, nicht in den Tiefen der Meere, nicht in den Strassen der Städte, es ist in deinem Herzen.   – Unbekannt –

 

 

 

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2 Gedanken zu “Die Sehnsucht nach dem inneren Frieden

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