Schenke dir Orientierung – Dein Leben wartet auf dich!

Gibst du deinem Leben eine Richtung?

Hast du ein Ziel vor Augen, wie du deine nächste Stunde oder den Tag, der vor dir liegt, erleben und verbringen willst?

Worauf fokussierst du dich?

Auf deine Sehnsucht? Deinen Traum? Auf deine Vorstellung von einem angstfreien Leben?

Oder orientierst du dich an dem was dir Sorgen macht, dich hemmt, dich immer und immer wieder vermeiden lässt?

Ich bin etwas provokativ und anstrengend. Ich weiss. Es schadet aber nicht, sich ab und zu Fragen zu stellen, die weh tun. Machen wir es nicht, kommt das Leben und haut uns in die Pfanne. Und dann müssen wir nachdenken! Packen wir uns zu oft in Watte, weil wir von uns selber glauben, für dieses und jenes nicht mehr fähig zu sein, wird das Leben enger und enger und die Luft immer dünner, im wahrsten Sinn des Wortes.

Die Sache mit der Orientierung war für mich in all den Jahren mit Angst nie ein Thema. In keiner Therapie, in keinem der zahllosen Gespräche mit verschiedensten Therapeuten und Ärzten, die ich schon geführt und manchmal über mich ergehen lassen musste, hat man mich darauf hingewiesen, wie sich eine klare innere Orientierung positiv und angst-reduzierend auf mein Leben auswirken könnte. Vielleicht war ich aber auch einfach noch nicht so weit, mich wirklich darauf einzulasssen und damit in Resonanz zu gehen. Wer weiss.

Ich habe bis jetzt drei heftige Derealisations-Phasen erlebt (https://de.wikipedia.org/wiki/Derealisation) und verlor darin jegliche Orientierung. Im Innen, wie im Aussen. Ich konnte mich über Monate an nichts mehr festhalten, weder an die räumliche, noch an die zeitliche Orientierung. Und in mir drin gab es nichts mehr, das mir in irgendeiner Form Halt geben konnte. Wenn mir zu dieser Zeit jemand gezeigt hätte, wie ich wieder Boden finde, indem ich mit meiner eigenen Orientierung arbeite, ich bin überzeugt, ich hätte schneller wieder aus dieser Situation rausgefunden.

Wenn wir uns in einer bekannten Umgebung aufhalten, fällt es uns leichter orientiert zu sein. Das kennst du sicher auch. Wir fühlen uns in Sicherheit, wir kennen den Raum, in dem wir uns bewegen, den Ort, den Weg. Wir kennen die Menschen, um uns herum, die uns nahe sind. Alles kein Problem. In einer ungewohnten Situation oder Umgebung, müssen wir uns zuerst orientieren können, weil wir uns fremd und unsicher fühlen. Und diese Suche nach Orientierungspunkten kann in uns Stress und Anspannung bis zur Panik auslösen. Deshalb vermeiden wir so vieles.

Ich bin keine Ärztin, höchstens eine Hobbypsychologin:), aber aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es gerade für Menschen mit einer Dissoziation, Agoraphobie und Panikstörung echt wichtig ist, einen Faden in der Hand zu haben, an dem man sich festhalten kann, egal was kommt. Orientierung gibt Halt. Und den muss man zuerst in sich finden, damit man sich im Aussen orientieren kann.

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Wie findest du denn nun deine Orientierung?

Was in deinem Leben kann dir Halt geben?

Und…wie kommst du an diesen Punkt, der dich von innen heraus stärkt und dir wieder Stabilität schenkt?

Wenn du dir jetzt ein Patentrezept erhoffst,  muss ich dich leider enttäuschen. Es gibt, wie bei allen Themen der persönlichen Entwicklung, leider auch dafür keine Schritt für Schritt Anleitung. Wenn es sie gäbe, hätte ich sie schon lange mit dir geteilt.

Was ich tun kann ist, dir meine Geschichte anzubieten und das, was ich unter Orientierung verstehe. Vielleicht, was ich mir sehr wünsche, ist einiges für dich nützlich und du erkennst dich in einigen Punkten meiner Geschichte wieder. Den Weg muss aber jeder alleine gehen.

Bei mir kam der Stein ins Rollen, als ich vor einigen Wochen von meiner Körpertherapeutin, der guten Seele, den Satz zu hören bekam: „Kümmern Sie sich um Ihre Orientierung.“

Peng!!! Der Satz sass und ich komme seither von diesem Wort „Orientierung“ nicht mehr los. Ich denke darüber nach, es kommt mir in allen möglichen Situationen in den Sinn, es beschäftigt mich, und hier und jetzt bin ich davon überzeugt, dass die Orientierung ein wichtiger Schlüssel zur Bewältigung der Angst ist.

Gesellschaftlich betrachtet fehlt sehr vielen von uns die Orientierung. Deshalb ist der Zustand auf dieser Welt auch so wie er im Moment ist. Wir leben in einer unglaublichen Freiheit. Scheinbar alles ist möglich. Wir sind so vielen Reizen ausgesetzt, dass es verdammt schwer fällt, den Überblick zu behalten und den Teil in uns zu erkennen, der still und im Gleichgewicht ist.

Mein letzter Zusammenbruch vor 2 Jahren hat mich dazu „gezwungen“, mich aus diesem Spiel herauszunehmen. Heute kann ich sagen zum Glück! Denn jetzt bin ich in der Position zu wählen, was oder wen ich in mein Leben lassen will und von was oder wem ich mich besser verabschiede. Ich stehe auch voll dahinter (wieder sehr provokativ) zu sagen, es ist hilfreich und nötig, einige Zeit aus dem Verkehr gezogen zu werden. Denn wie sonst kommst du zur Ruhe? Kaum jemand steigt mitten im Hamsterrad einfach aus, um sich selbst näher zu kommen und um sich die Frage zu stellen: Ist es wirklich das, was ich von meinem Leben will?

Du kannst dir die essentiellen Fragen nicht stellen, wenn du dir nicht die Zeit dafür nimmst. Und in diesem ganzen Trubel um uns herum ist es unmöglich, Klarheit zu gewinnen. Deshalb ist es nicht verkehrt, sondern sehr wichtig, sich zu fragen, zu was verhilft mir meine Krankheit? Was will die Angst mir konkret sagen? Und sich dann wirklich ernsthaft damit zu beschäftigen. Nicht irgendwann einmal, sobald es dir besser geht, sondern jetzt!

Sehr viel Orientierung und somit inneren Halt geben mir meine täglichen Rituale. Auch da brauchte ich einige Zeit, um herauszufinden, was mir eigentlich gut tut und vor allem auch mir einzugestehen, dass Struktur nichts Spiessiges ist. Eigentlich weiss ich durch meinen Job als Erzieherin, dass Struktur und Abläufe, die sich immer wiederholen für Kinder etwas vom Wichtigsten sind und ich sah durchaus den Sinn dahinter. Struktur gibt Halt, Sicherheit, Geborgenheit und eben auch Orientierung. Aber für mich persönlich war es sehr schwierig, dieses Wissen in mein Leben zu übertragen, weil ich immer gleiche Tagesabläufe nur schwer aushalten konnte und auch einfach lange dagegen rebelliert hatte.

Heute weiss ich, das liegt in meiner Natur. Ich bin sehr freiheitsliebend und komme einfach nicht gut mit festgefahrenen Strukturen zurecht. Dennoch habe ich einige feste Rituale in meinen Alltag eingeführt, die ich auch nicht mehr missen möchte, weil sie mir gut tun und innere Ruhe schenken. Aufstehen und gleich meditieren zum Beispiel. Körperübungen machen, die das gesamte Nervensystem beruhigen. Oder jeden Abend über meine täglichen Erfolge und Freuden schreiben, die ich an diesem Tag erfahren habe. Eigentlich kleine Dinge…die mir aber Boden geben und mich sicherer fühlen lassen.

Mich zu orientieren bedeutet für mich auch, mich in eine Richtung zu bewegen, die Besseres für mich bereit hält, als der Weg, der hinter mir liegt. Dafür brauche ich eine Vision, ein Ziel! Etwas, das mich brennen lässt! Etwas das mich so motiviert, dass ich meine Entscheidungen nicht mehr aus der Angst heraus treffe, sondern im Hinblick auf das, was ich erreichen will.

Gegen meine Angst zu kämpfen ist für mich sinnlos geworden. Es bringt nichts ausser noch mehr Leid. Sinnvoll ist es dagegen, mein Ziel anzupeilen und mein Handeln nur noch darauf auszurichten. Das ist nicht ganz einfach. Ich muss mich immer wieder und jeden Tag auf meine Vision fokussieren, auch wenn die Angst grobes Geschütz auffahren lässt. Ich weiss aber jetzt, wohin ich will und das lasse ich mir nicht mehr nehmen. Auch dann nicht, wenn wieder einmal ein „Rückfall“ kommen sollte.

Beschäftige dich mit deinem Herzenswunsch! Nicht mit deinem Kopf, sondern mit dem was du fühlst. Wo zieht es dich hin? Was ist dir so wichtig, dass dich grösser macht als deine Angst?

Dass muss nicht gleich ein Lebensweg sein, so wie jetzt bei mir. Manchmal geht es auch einfach nur um die nächste Stunde, den vor dir liegenden Tag oder darum, wie du eine schwierige Situation bewältigen kannst.

Such dir etwas, worauf du dich fokussieren kannst und dann mach dich in deinem eigenen Tempo auf den Weg. Finde heraus, was dich in deine Orientierung bringt. Was dir Halt gibt. Dir gut tut.

Lass dir Zeit dabei…

Was hast du für Erfahrungen gemacht? Was gibt dir Halt und Sicherheit? An was orientierst du dich? Dieses Thema interessiert mich brennend! Ich freue mich über deinen Kommentar:)!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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